Unseren ersten gemeinsamen Sommerurlaub verbrachten wir auf einer gecharterten H-Boot-Yacht. Wir beide sind seit unserer Kindheit in den Schären Finnlands, Ålands und Stockholms gesegelt. Doch das war uns nie genug. Seit dem Sommer 2013 erkunden wir mit der noch erfahreneren Hamu alle Winkel der Ostsee.
Der Skipper der Hamburg VII stammt aus Rauma, wo das Meer und ein Boot mindestens ebenso wichtig sind wie das traditionelle finnische Sommerhaus. Falls nötig, fand jeder irgendwo an Bord eines Bootes im Hafen Platz. Wir finden, das ist auch dann eine gute Idee, wenn es gar nicht nötig ist.
Als Jukka sich auf die Prüfung in astronomischer Navigation vorbereitete, schrieb er darüber ein Buch, das seiner Meinung nach verständlicher ist als die anderen. Paikanmääritys tähdistä gibt es bislang nur auf Finnisch.
Marinas Familie stammt aus dem Schärenmeer vor Turku. Seit Generationen bewegt sie sich zwischen den Inseln mit derselben Selbstverständlichkeit, mit der die meisten Menschen durch ihren eigenen Garten gehen. Sie haben ihre Boote selbst gebaut oder die anderer genutzt. Die Wege zwischen den Inseln wurden von Generation zu Generation weitergegeben – meist fernab der offiziellen Schifffahrtswege, die sie nur gelegentlich kreuzen.
Marina segelte und pflegte ihr erstes Segelboot schon, bevor sie volljährig war. Dass sie es später verkaufen musste, schmerzt sie bis heute. Nur die Hamburg VII konnte die Lücke, die der Verlust ihres ersten Bootes hinterließ, wenigstens teilweise schließen.
Marina überlässt es Jukka großzügig, sich Skipper zu nennen – obwohl sie den Skipperhut genauso gut selbst tragen könnte.
Dieter und Ilka Jungjohann kauften die Hamburg VII im Jahr 1999. Sie haben sie liebevoll gepflegt und kontinuierlich verbessert. In jedem Winkel des Bootes erkennt man ihre Hingabe.
Dieter und Ilka sind erfahrene Segler. Mit ihrer früheren Stahlyacht umrundeten sie den Atlantik. Mit ihren Kindern und der Hamburg VII segelten sie auf der Ostsee sowie von Oslo bis zu den Kanarischen Inseln.
James „Jimmy“ Watt und seine Fähigkeiten als Gutachter lernten wir bereits kennen, bevor wir überhaupt von der Hamburg VII wussten. Jimmy lebt in Thailand. Als wir auf der Suche nach einem Gutachter in Europa waren, baten wir ihn um Rat. James erzählte uns, dass er ohnehin für Begutachtungen nach Spanien und Frankreich reisen würde und uns problemlos in seinen Terminplan aufnehmen könne. Wir sagten sofort zu.
Als James uns sein Gutachten übergab, erzählte er, dass er 1971 an derselben Cape-Town–Rio-Regatta wie die Hamburg VII teilgenommen hatte.
Jimmy schrieb:
„An der Cape-Town–Rio-Regatta 1971 nahmen 54 Boote teil – für die damalige Zeit ein außerordentlich stark besetztes Feld. Die Hamburg VII belegte nach berechneter Zeit den 21. Platz und wurde 13. im Gesamtklassement. Sie benötigte 24 Tage, 8 Stunden und 2 Minuten. Ihr Handicap war nicht besonders günstig. Skipper war G. Reher, zur Crew gehörten Ernest, Dr. J. Hinzpeter, F. W. Lorenz, A. Buell, S. Dieckmann, H. Rochoil, M. Rieck, D. Martens, G. Mailaender und J. Schmidt. Sie müssen praktisch an Deck geschlafen haben! Gleich nach dem Start entging die Hamburg VII nur knapp einer Kollision mit einem vollbesetzten Zuschauerboot. Anschließend führte sie gemeinsam mit der Striana fast zwei Wochen lang das Rennen an. Leider entschieden sie sich für die nördliche Route, während die späteren Sieger wegen der Flaute den südlichen Kurs wählten. Das war eine schwierige Entscheidung. Hätte die Hamburg VII ebenfalls den südlichen Kurs genommen, hätte sie das Rennen höchstwahrscheinlich gewonnen.
Ich selbst segelte auf einer originalen Colin-Archer-Ketsch namens Sandefjord. Wir bekamen Probleme und mussten das Rennen abbrechen, um das Boot auf St. Helena zu reparieren. Dadurch kamen wir erst 19 Tage nach dem Sieger ins Ziel und verpassten sämtliche Feierlichkeiten. Anschließend segelten wir jedoch weiter in die Karibik, wo wir sechs Monate arbeiteten, bevor wir unseren Kurs nach Mystic Seaport in Maine setzten.“
Hamburg VII 2026