Hamburg VII

Das Meer hat uns verzaubert. An Land führt unser Lieblingsweg immer am Wasser entlang. Auf dem Wasser fühlen wir uns auf einem Segelboot zu Hause. Lange Zeit besaßen wir kein eigenes Boot und charterten eines, wann immer sich die Gelegenheit bot. Ein eigenes Boot in Finnland zu besitzen, erfordert eine gewisse Portion Verrücktheit. Der Sommer ist kurz, und den größten Teil des Jahres steht das Boot an Land. Würden wir ausschließlich der nüchternen Logik folgen, hätten wir weiterhin gechartert. Jahrelang stöberten wir durch Bootsangebote, bis wir schließlich auf eines stießen, an dem wir einfach nicht vorbeigehen konnten.

Hamburg VII ist ein wahr gewordener Traum. Die alten Vermessungsregeln haben ihren Rumpf zu etwas geformt, das wir weit schöner finden als die modernen Yachten mit ihren breiten Hecks. Ihr Rigg ist fast modern. Die kräftigen Aluminiummasten aus den 1960er-Jahren bieten reichlich Sicherheitsreserven. Rumpf und Konstruktion wurden für die Ozeane gebaut – und haben ihre Seetüchtigkeit eindrucksvoll bewiesen. In den Wellen vermitteln Hamus Tiefgang und ihre Verdrängung eine Ruhe und Sicherheit, die modernen Yachten mit flachem Unterwasserschiff oft fehlt. Unter Deck ist sie klassisch, großzügig und gemütlich.

Hamburg VII ist ein Segelboot im besten Sinne des Wortes. Wenn man möchte, kann man reichlich Tuch setzen. Dafür wurde sie gebaut. Der vergleichsweise kleine Motor ist für jene Tage gedacht, an denen der Wind Urlaub macht.

Für uns ist Hamburg VII ein Kunstwerk – eine 22 Tonnen schwere Segelskulptur, ein Instrument der Natur. Ein Holzboot sieht richtig aus, fühlt sich richtig an, klingt richtig und riecht richtig. Es berührt die Sinne. Man möchte über den lackierten Rumpf streichen. Das Wasser, das sanft gegen ihre Bordwand schlägt, flüstert von vergangenen und zukünftigen Reisen. Wer über den Steg geht, kommt an ihr nicht vorbei, ohne kurz stehen zu bleiben.

Die meisten Bootskäufer entscheiden sich für GFK. Große Holzboote haben nur einen kleinen Markt – und ein ebenso begrenztes Angebot. Neue werden kaum noch gebaut. Wir versuchten, uns von der Zweckmäßigkeit anderer Materialien zu überzeugen, doch der Charme eines Holzbootes war stärker. Immer wieder stellten wir fest, dass nur Holzboote unser Interesse wirklich weckten. Das Holz hat uns ausgewählt.

Spätestens wenn die Leinen losgeworfen werden, bleiben auch die Sorgen an Land zurück. Ist das Meer ruhig, hilft es einem unruhigen Geist, ganz im Augenblick zu leben. Man wird nie müde, dem Wasser zuzusehen und zuzuhören, wie es sich am Bug teilt. Es ist wie ein Kaminfeuer – man könnte stundenlang zusehen. Ist das Meer lebhafter, bleibt ohnehin keine Zeit mehr für nebensächliche Gedanken. Bei kräftigem Wind und voller Besegelung fordert ein Boot den Körper, das Können und den Charakter seines Seglers heraus.

Nun, da wir älter geworden sind, ist für Hamburg VII die Zeit gekommen, ein neues Zuhause zu finden. Sie verdient Menschen, die sie genauso lieben werden, wie wir es getan haben. Wir wissen, dass das Zeit brauchen kann. Deshalb möchten wir die Suche beginnen, solange wir ihr noch die Aufmerksamkeit widmen können, die sie verdient.

Jukka & Marina


Hamburg VII 2026